Verantwortungsvoll - wirkungsvoll - bleifrei jagen: Gian-Marchet®-Geschosse.

FAQ - Frequently Asked Questions - Die meistgestellten Fragen

Liebe Bündner Jägerin, lieber Bündner Jäger

Diese Seite gibt Auskunft über die meistgestellten Fragen. Diese Seite wird laufend ergänzt und erweitert. Nun die wichtigsten Fragen:

Frage? Antwort!
Ist das Gian-Marchet®-Geschoss ein Vollmantelgeschoss? Nein - es wird aus dem Vollen aus Kupfer mittels CNC-Fräsen gedreht und in einem speziellen Verfahren weiter bearbeitet. Das Gian-Marchet®-Geschoss besitzt weder einen Kern noch einen Mantel. Es ist ein Deformations-Geschoss, welches eine Deformationsbohrung besitzt, die den Prozess der Aufpilzung einleitet und fortführt. Es ist ein bleifreies Geschoss: kein Blei im Wildbret - kein Blei in der Natur - keine Kontamination des Wildfleisches.
Soll der Bündner Jäger bei der 10,3x60R bleiben? Diese Frage kann und will ich nicht mit ja oder nein beantworten, sondern ich bitte Sie, diese Seite bezüglich Kaliberfreigabe anzusehen. Sicher können Sie dann selber entscheiden!
Wie genau werden die Gian-Marchet®-Geschosse hergestellt? Die Fertigungstoleranzen für das Gian-Marchet®-Geschoss liegen im Bereich von ± 0,02 mm. Die mittels Gian-Marchet®-Geschossen geladenen Patronen besitzen einen Rundlauf von gemessenen 0,04 mm. Im Handel erhältliche Match Patronen besitzen einen Rundlauf von bis zu 0,05 mm. Mit Gian-Marchet®-Geschossen geladenen Patronen haben eine Standardabweichung bei der V° von gemessenen ± 5 m/s ergeben. Solche Werte und sehr geringe Geschossgewichtsabweichungen von weniger als ± 1,0 grains sind massgeblich für eine hohe Eigenpräzision.
Wie präzise fliegen die Gian-Marchet®-Geschosse? Dank der hochpräzisen Fertigung der Gian-Marchet®-Geschosse tritt eine gemessene Standardabweichung V° von nur ± 5 m/s auf. Solche Werte sind massgeblich für eine hohe Eigenpräzision. Aus handelsüblichen Jagdbüchsen sind Streukreise von weniger als 25 mm bei 5 Schuss auf 100 m Distanz bekannt. Gewissenhafte Wiederlader berichteten, dass man auf 200 m bei zehn Schuss alle Treffer innerhalb einer 5-Franken-Münze platzieren konnte (zur Erinnerung, die Münze hat einen Durchmesser von 31 mm). Dazu bitte auch diese Scheiben ansehen.
Kann das Gian-Marchet®-Geschoss für meine Büchse verwendet werden? Das Gian-Marchet®-Geschoss im Kaliber 10,3x60R kann für sämtliche Büchsen angewendet werden, die der CIP-Spezifikation für das Kaliber 10,3x60R entsprechen. Das Gian-Marchet®-Geschoss wurde in folgenden Büchsen erfolgreich verschossen: Mauser98 , Ruger N° 1, Wüthrich, Sauer 202, Blaser SR88/850, Blaser R93, Geradezug K31er, BSA, Martini, etc.
Wieso kann das Gian-Marchet® "Original" Geschoss nicht leichter sein? Vergleichsweise 12,9 Gramm, wie die Produkte der Mitbewerber? Diese Frage wird eigentlich von Jägern und Schützen gestellt, welche generell mit dem Rückschlag der 10,3x60R Patrone oder anderen, relativ starken ein Problem haben, zum Beispiel infolge eines Unfalles (Schleudertrauma) oder Probleme mit der rechten Schulter! Hierzu soll jedem bewusst werden, was es heisst, wenn das 10,5 mm Geschoss lediglich 12,9 Gramm schwer ist. Die Flächenlast, oder Querschnittbelastung, setzt das Gewicht ins Verhältnis zur Fläche ins Verhältnis. So hat z.B. ein 12,9 Gramm leichtes Geschoss eine Flächenlast oder Querschnittsbelastung von lediglich 14,83 g/cm². Dies würde unweigerlich zu weniger Durchschlags-Kraft und vor allem einen grösseren Windabdrift führen!
Das
Gian-Marchet®-Geschoss im Gewicht von 16,5 Gramm besitzt eine Flächenlast oder Querschnittbelastung von 20,12 g/cm². Das ist der kleine, feine Unterschied, der sich dann jagdlich wesentlich bemerkbar macht - nämlich in der deutlich höheren Wahrscheinlichkeit, Ausschuss zu haben!
Rückschlag! Zum Rückschlag; Der Rückschlag ist unwesentlich stärker als vergleichsweise wie die original RWS-Patrone 10,3x60R mit 16,4 Gramm KS (Kegelspitz). Während der Jagd kann man den Rückschlag sowieso vernachlässigen, da der unter starkem Adrenalineinfluss stehende Jäger in der Regel vom Rückschlag nichts mitbekommt, ebenso wie vom lauten Knall.
Gian-Marchet® "Original" auf Munggen? Grundsätzlich kann das "Original" für kleine sowie auf sehr grosse Tiere erfolgreich eingesetzt werden. Um Wildbret-Verlust bei kleinen Tieren (Fuchs, Murmel oder andere kleine jagdbare Tiere) zu vermeiden, sollte jedoch das Gian-Marchet® "Murmel" eingesetzt werden. Dieses Geschoss besitzt die absolut gleichen ballistischen Flugeigenschaften wie das "Original". Bitte auch dieses Bild sehen. Dieser Murmel wurde mit dem "Original" weidmännisch erlegt. Der Kopf-Treffer weist weniger Verletzungen auf, als vergleichsweise mit Blaser SM-Thun oder RWS-KS! Jedoch möchte ich Ihnen nahelegen; Bitte verwenden Sie das Gian-Marchet® "Murmel".
Gian-Marchet® "Murmel" auf Schalenwild? Das Gian-Marchet® "Murmel" soll nur für die Scheibe, Fuchs, Murmeltier und für den Fangschuss verwendet werden, weil es keine Splitter verursacht, welche den Nachsuche-Hund möglicherweise gefährden könnte. Dieses Geschoss eignet sich NICHT für Schalenwild, weil es sich nicht deformiert. Es ist also nicht weidmännisch, weil dieses Geschoss wie ein Vollmantel-Geschoss wirkt und sich nach 20cm Durchschlag durch den Wildkörper überschlägt. Für Schalenwild verwenden Sie bitte das Gian-Marchet® "Original", welches die Deformations-Bohrung zwecks Aufpilzung besitzt.
Nach wie viel Schuss muss der Lauf gereinigt werden? Die Putzintervalle sind die gleichen wie bei Verwendung von Fabrik-Patronen. Spätestens jedoch nach sechzig Schuss sollte, wie bei anderen Geschossen auch, der Lauf gründlich gereinigt werden. Zur Entfernung starker Tombak-Ablagerungen im Lauf empfehle ich Robla Solo, Shooters Choice oder vergleichbare Produkte. ACHTUNG: Solche Produkte greifen die Brünierungen sofort an!!! Bitte sofort mit Waffen-Öl nachwischen (WD40 oder ähnliches).
Beschädigen die Gian-Marchet®-Geschosse meinen Büchsenlauf?

Die Geschosse bestehen zu über 99,5% aus Elektrolyt-Kupfer. Die Vickershärte (Hv) beträgt 95 . Aus der Vickershärte kann auf die Zugfestigkeit des betreffenden Metalles geschlossen werden. Nur zur relativen Einordnung: Bei Jagdmessern wird die Härte meist in HRG (Rockwellhärte) angegeben. Ein Top-Messer hat eine Härte von etwa 50 bis 55 HRG. Das entspricht einer Vickershärte von etwa 1750 bis 2200 Hv!
Nachfolgend vergleichend die Vickershärte von verschiedenen anderen Geschossen:

Geschoss Vickershärte
Lapua Naturalis 80
Gian-Marchet® 95
Barnes-TSX 100
GPA 100
Barnes-X 104
KJG-Möller 105
Sauvestre 105
Reichenberg HDB 110
Federal Trophy Bonded 111
MEN SF 112
Nosler Partition 118
Winchester Fail Safe 130
Blaser CDP 131
Hinterberger ABC 132
Kieferle RS 140
Brenneke TOG 140
Impala 160

Quelle: Die Pirsch 13/2005

Schlussfolgerung: Die Gian-Marchet®-Geschosse setzen dem Lauf weniger zu, als vergleichsweise harte und sehr harte Geschosse!

Nach wie viel Schuss mit Gian-Marchet® Patronen leidet die Präzision? Auch hier kann gesagt werden, dass die Präzision nach 30-60 Schuss grundsätzlich abnimmt. Dies ist aber auch mit anderen Geschossen auch der Fall. Die Kupfer-Rückstände sind sehr gut mit Robla Solo, Shooter's Choice oder dergleichen zu entfernen. Bitte beachten Sie auch obige Frage zur Waffen- bzw. Laufpflege.
Kann das Gian-Marchet®-Geschoss auch auf grössere Distanzen verwendet werden? Grundsätzlich ja - aber in unserer Gesetzgebung ist eine maximale Schussdistanz von 200 m zwar noch nicht festgelegt, sie wird aber von den Jagdorganen kontrolliert und umgesetzt. Das Gian-Marchet® Geschoss hat einen Ballistischen Koeffizienten von gemessenen 0,345. Diese Messungen wurden in einem Labor für Ballistik im Kanton Bern durchgeführt. Bei einer GEE von 163m und bei ± 5 cm beträgt die Reichweite 190m! Dies bedeutet, dass ohne Zielpunktveränderung auf die besagten 190 m Fleck gezielt werden kann!
Wieso sind die Führungsmanschetten scharfkantig? Das Gian-Marchet®-Geschoss besitzt drei Führungsmanschetten. Insbesondere die vorderste Manschette wird als Scharfrand bezeichnet, welche die Einschuss-Schnitthaare verursacht. Schnitthaare sind für eine mögliche Nachsuche sehr wichtig. Diese können dem Nachsuche-Gespann verlässliche Informationen über die Treffer-Platzierung, Verletzungsart und Schweissaustritt geben. Dieser Scharfrand verursacht kreisrund gestanzte Löcher im Wildkörper.
Splittert das Gian-Marchet®-Geschoss, wenn ja - wie viel? Das Gian-Marchet®-Geschoss behält ein Restgewicht von bis zu 95%. Es besteht aus einem speziellen Kupfer, welches mit einem besonderen Verfahren weiter verarbeitet wird. Dieses Kupfer ist hart genug um den innenballistischen Anforderungen zu genügen, jedoch weich genug um die zielballistischen Anforderungen (Wildkörper) zu wirken. Das Gian-Marchet®-Geschoss hat eine ausserordentlich hohe Durchschlagskraft, zusammen mit der pilzartigen Deformation werden die inneren Organe tödlich verletzt. Das Gian-Marchet®-Geschoss garantiert eine Wildbret-Durchschlagskraft von 50 cm. Berichte von Abschüssen von mehr als 60 cm sind vorhanden. Seifenblock-Beschüsse, welche in einem Labor für Ballistik im Kanton Bern durchgeführt wurden, haben es bewiesen!
Wie funktioniert das Gian-Marchet® Geschoss? Das Gian-Marchet®-Geschoss wirkt zuverlässig und schnell. Nach Auftreffen im Wildkörper leitet die Deformations-Bohrung die Aufpilzung ein, und zwar schon nach 3 cm! Der Pilz vergrössert sich, bis er schliesslich einen Durchmesser von 16-20 mm aufweist. Das Gian-Marchet®-Geschoss fliegt schnurgerade durch den Wildkörper - es taumelt nicht, weil nach dem Auftreffen durch die Deformation die Gewichts-Verlagerung in den vorderen Bereich verschoben wird! Der Ausschuss-Durchmesser wird dann zwischen 30-50 mm gross sein. Die Fluchtstrecken liegen nach den bisherigen Berichten zwischen 0 m (in Worten null Metern) und 80 m. Reichlich Schweiss beim Anschuss sowie viel Schweiss auf der möglichen Fluchtfährte ermöglichen ein rasches Finden des Tieres. Bitte hierzu auch die vielen Abschussberichte ansehen.
Welche Durchschlagskraft hat das Gian-Marchet® Geschoss? Abschussberichte, die seit der Bündner Hochjagd 2004 gemeldet worden sind, bestätigen die garantierten Durchschlagsleistungen von 50 cm. Das Geschoss-Restgewicht mit über 95% muss als sehr hoch angesehen werden. Somit werden eine aussergewöhnliche Tiefenwirkung (garantiert 50 cm) und eine ausserordentlich hohe Durchschlagskraft bewirkt mit nahezu 100% Ausschuss-Wahrscheinlichkeit erreicht. Auch wenn einmal ein stärkerer Knochen getroffen wird - das Geschoss wirkt zuverlässig und schnell. Die Wildbretentwertung wird grösstenteils minimiert, sodass kaum oder nur mit sehr geringer Versulzung gerechnet werden muss. Bitte auch hier klicken und verschiedene Geschosse bezüglich Durchschlagsleistung rechnen. Mittels dieses Kalkulators können Sie die verschiedenen Gian-Marchet®-Geschosse mit handelsüblich erhältlichen einfachen Teilmantel-Geschossen vergleichen. Sie werden überrascht sein!
Schadet das Gian-Marchet®-Geschoss meinen Büchsen-Lauf? Nein - die Materialbeschaffenheit des Gian-Marchet® Geschosses ist wie gesagt hart genug, um den innenballistischen Anforderungen zu genügen, jedoch weich genug, um zielballistisch (Wirkungsweise im Wildkörper) korrekt zu wirken. Die Entlastungsrillen reduzieren den Einpresswiderstand und die Reibungs-Kräfte, die im Lauf verursacht werden. Der Anfangs-Gasdruck bei den Gian-Marchet®-Geschossen beträgt geringe 100 Bar! Dadurch wird die Geschoss-Geschwindigkeit wesentlich erhöht. Andere Geschosse vergleichsweise verursachen einen wesentlich höheren Anfangs-Gasdruck, teilweise 300 bis 600 Bar, ja sogar bis zu 900 Bar!
Welchen Haltepunkt beim Wild soll ich anhalten? Soll ich hinters Blatt halten oder kann ich auch voll auf das Blatt halten? Die bis dato gemachten Erfahrungen mit den SWISS Solid Gian-Marchet®-Geschossen zeigen auf, dass man auch voll auf das Blatt anhalten kann. Die Wildbret-Entwertung ist deswegen nicht grösser. Der Vorteil ist aber, dass die Tiere meistens am Anschuss liegen!
Welche Laborierung soll ich für meine Gian-Marchet® Geschosse wählen? Die Laborierungen, die hier publiziert sind, wurden akkurat geladen und in einem Labor für Ballistik im Kanton Bern gemessen. Die Messungen ergaben ausserordentlich konstante Werte. Diese Ladungen können ohne Bedenken mit jeder Büchse im Kaliber 10,3x60R verschossen werden.
Weil keine Garantie dafür besteht, mit welcher Sorgfalt und welchen Komponenten der Wiederlader arbeitet, noch in welchem Zustand sich die Büchse befindet, ausder er seine Munition verschiesst, erfolgen alle hier genannten Angaben der Ladedaten in jeder Hinsicht ohne Gewähr und auf eigene Verantwortung!
Ich habe einige Patronen mit Gian-Marchet®-Geschossen gemäss Laborierungen verladen (68.0 Grains R902). Diese Treffer sind alle tief. Ich bin deshalb ein bisschen enttäuscht, zumal aber die Präzision TOP ist (3 Schuss innerhalb eines 10-Rappen-Stückes). Bei der Patrone mit RWS-KS-Geschossen (71.0 Grains R903) sind die Treffer alle Fleck, obwohl die RWS-KS-Patrone lediglich 730m/s schnell ist und im Vergleich die Gian-Marchet®-Patronen mehr als 770m/s schnell sind. Wie kann das sein, dass die schnellere Ladung bis zu 15 cm tiefer einschlägt, als die langsamere Ladung? Dies hat einen direkten Zusammenhang mit dem Abgangsfehler. Der Abgangsfehler wird stark beeinflusst durch die Büchsen-Schäftung, also dadurch, wie die Büchse bei der Schussabgabe gehalten wird. Zudem agieren zwei unterschiedliche Ladungen eben unterschiedlich auf das Schwingungsverhalten des Laufes. Nach dem Zünden des Pulvers ergeben sich im Raum zwischen Hülsenboden und Geschossboden hohe Drücke. Die dabei auftretenden kurzzeitigen Druckänderungen versetzen den Büchsenlauf in Schwingungen (Längs- und Querschwingungen), noch bevor das Geschoss den Lauf verlässt. Wenn nun das Geschoss die Mündung durchläuft, wird seine Abgangsrichtung nicht durch die vor der Schussauslösung eingestellte Laufrichtung bestimmt, sondern durch den momentanen Schwingungszustand des Laufes. Der Einfluss des Abgangfehlers liegt in der Grössenordnung von einigen Promillen (hundertstel Grad). Dies kann bei 300 m Distanzen Abweichungen bis zu 50 cm ergeben. Der Einfluss des Abgangfehlers kann so gross sein, dass Geschosse mit höherer Mündungsgeschwindigkeit (Beispiel Gian-Marchet®-Geschosse) tiefere Treffpunkte ergeben als solche mit niedrigerer Mündungsgeschwindigkeit, also ganz entgegen den physikalischen Vorstellungen! Für uns ist es wichtig, dass die Ladungen sehr gleichmässig verladen werden, das heisst, die Standardabweichung der Mündungsgeschwindigkeiten soll so gering wie möglich sein, am besten kleiner als 5 m/s! Somit wird gewährleistet, dass der Büchsenlauf immer gleich schwingt.




Definitionen: Beschreibungen:
Streukreis 5 Schuss auf 100m Distanz sollten innerhalb von 3cm sein. Gemessen wird von Lochmittelpunkt zu Lochmittelpunkt.
Abgangsfehler Nach dem Zünden des Pulvers ergeben sich im Raum zwischen Hülsenboden und Geschossboden hohe Drücke. Die dabei auftretenden kurzzeitigen Druckänderungen versetzen den Büchsenlauf in Schwingungen (Längs- und Querschwingungen), noch bevor das Geschoss den Lauf verlässt. Wenn nun das Geschoss die Mündung durchläuft, wird seine Abgangsrichtung nicht durch die vor der Schussauslösung eingestellte Laufrichtung bestimmt, sondern durch den momentanen Schwingungszustand des Laufes. Der Einfluss des Abgangfehlers liegt in der Grössenordnung von einigen Promillen (Hundertstel-Grad). Dies kann bei 300m Distanzen Abweichungen bis zu 50cm ergeben. Der Einfluss des Abgangfehlers kann so gross sein, dass Geschosse mit höherer Mündungsgeschwindigkeit tiefere Treffpunkte ergeben, als solche mit niedrigerer Mündungsgeschwindigkeit, also ganz entgegen den physikalischen Vorstellungen!
Innenballistik Die Innenballistik befasst sich mit den Vorgängen, die sich während der Schussentwicklung in der Büchse abspielen.
Aussenballistik Die Aussenballistik beschreibt die Bahn des Geschosses durch die Luft samt den Einflüssen, durch die sie gestört werden kann.
Zielballistik oder auch Endballistik Die Ziel- oder auch Endballistik beschäftigt sich mit dem Eindringen eines Geschosses in ein Ziel, dessen Dichte wesentlich grösser ist als die der Luft.
CIP-Spezifikation Die Commission Internationale Permanente, die jede Patrone und jedes Patronen-Lager genauestens spezifiziert!
Schnitthaare Haare, welche beim Geschosseintritt in den Wildkörper vom Einschuss geschnitten werden.
Risshaare Haare, welche vom Geschoss beim Ausschuss herausgerissen werden
Kontamination Verunreinigung, Verschmutzung, Vergiftung.
Durchschlagskraft Die Fähigkeit, ein Medium zu durchdringen.
Penetration siehe Durchschlagskraft.
Vollmantelgeschoss Geschoss, bei dem der innere Teil (Kern) oft mit Ausnahme des Geschoss-Bodens, von einem anderen Material (z.B. Tombak) vollständig umhüllt (ummantelt) ist.
Teilmantelgeschoss Geschoss, bei dem der innere Teil (Kern) nur teilweise ummantelt ist und an der Geschoss-Spitze frei liegt.
Deformationsgeschoss Geschoss, das so konstruiert ist, dass es sich beim Auftreffen auf einen lebenden Körper oder auf ein Körpersimulans (Gelatine oder Glyzerin-Seife) deformiert wird. Der schwerste Geschossrest wiegt mindestens 90% der ursprünglichen Geschoss-Masse.
Zerlegungsgeschoss Geschoss, das so konstruiert ist, dass es sich beim Auftreffen auf einen lebenden Körper oder auf ein Körpersimulans (Gelatine oder Glyzerin-Seife) zerlegt. der schwerste Geschossrest wiegt meistens weit weniger als 90% der ursprünglichen Geschoss-Masse.
Hohlspitzgeschoss Hohlspitzgeschoss, bei dem der Mantel bis in die Höhlung an der Spitze hineinreicht.
Teilmantel-Hohlspitzgeschoss Teilweise ummanteltes Hohlspitzgeschoss.
Taumeln Unregelmässig wirkende Präzessions- und Nutationsbewegungen mit sehr grossem Anstellwinkel der Geschossachse.
Überschlagen

Lange Vollmantel- und Vollgeschosse üblicher Formgebung (z.B. Gewehrgeschosse der Länge 3-5 Kaliber), die in stabiler Fluglage auf ein weiches Medium auftreffen, erzeugen einen Schusskanal, der drei typische Abschnitte aufweist.
Der erste Abschnitt besteht aus einem geraden Einschusskanal (narrow channel), dessen Durchmesser an der engsten Stelle 1,5 Kaliber und mehr beträgt, und zwar umso mehr, je stumpfer das Geschoss und je grösser die Geschwindigkeit ist. Die Länge dieses geraden Teilstücks des Einschusskanals variiert jedoch von Geschoss zu Geschoss sehr stark.
Im Anschluss an diesen ersten Teil entsteht die sogenannte (primäre) temporäre Höhle, die gegenüber dem Einschuss-Kanal einen wesentlich grösseren Durchmesser aufweist. Sie entsteht durch das plötzliche Querstellen des Geschosses und die damit verbundenen Verringerung der Querschnittbelastung. Das Geschoss wird stärker verzögert und überträgt dadurch wesentlich mehr Energie an das Medium.
In der Querlage wird nun auch das ganze Geschoss längs eines schmalen Streifens angeströmt. Das Geschoss wird sehr stark verzögert und einer Biegespannung ausgesetzt, die, je nach Konstruktion und Geschwindigkeit, zu seiner Deformation oder gar zu seinem Bruch führen kann. Dies ist aber bei nichtdeformierenden Vollgeschossen nicht der Fall. Stahlmantel-Geschosse neigen weniger zum Brechen oder Deformieren als kupfer- oder tombak-ummantelte Projektile. Bleibt das Geschoss jedoch ganz, so wird die Drehung um die Querachse wieder abgebremst, und es durchdringt während kurzer Zeit annähernd Heck voran das Zielmedium, bevor es sich wieder zurückzudrehen beginnt. Kein Geschoss dreht mehr als eine halbe Umdrehung - 180° !
Der dritte Abschnitt des Schuss-Kanals wird durch eine Bewegung in Querlage gebildet, wobei das Geschoss um eine Querachse pendelt. Entsprechend lässt sich eine zweite Erweiterung des Kanals feststellen, die jedoch den Durchmesser der primären Höhle nicht mehr erreicht. Mit sinkender Geschwindigkeit wird die Geschoss-Oberfläche mehr und mehr umströmt. Das Geschoss dreht sich dabei in Rückwärtslage und kommt stets Heck voran zum Stillstand.

Präzessionsbewegung Kreiselförmige Bewegung der Geschossachse um die Flugrichtung des Geschosses. Sie ist meistens von einer zweiten Drehbewegung, der Nutation, überlagert.
Teilmantel-Hohlspitzgeschoss Teilweise ummanteltes Hohlspitzgeschoss.
Mündungsfeuer Verursacht durch Pulvergase, die sich nach dem Austreten aus der Mündung beim Zusammentreffen mit Luftsauerstoff entzünden.

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Konzept: Gian-Marchet
Datum letzte Änderung: 26.04.2016 23:46:42